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Inhalt der aktuellen Ausgabe 01/2018

Inhalt

Inhaltsverzeichnis/Impressum

Aufsätze

Hochmut und Zorn: Donald Trumps Affektpolitik

One year after his inauguration as President of the United States of America, this essay, which was written in December 2017, analyzes Donald Trump’s behaviour in office. In comparison, the article focusses on similar populist developments in Europe, looking at the Alternative for Germany (AfD) and its Thuringian spokesman Björn Höcke. First, this article singles out the emotive potential of Trump’s politics. It consults theoretical texts by Theodor W. Adorno and Hannah Arendt, comparing their classic theses with those of Uffa Jensen’s essay Zornpolitik (Politics of Fury, 2017), which follows an “emotion studies” approach.

Sprachliche Vorstellung und Entstellung in Die Kassette von Sternheim

Dialog spielt oft eine klare Rolle in vormodernem Theater, indem er Hintergrund, Motivation und Vorhaben der Charaktere deutlich macht, um dem Publikum die auf der Bühne erschaffene Realität schlüssig und verständlich vorzustellen. Carl Sternheims 1911 geschriebenes Werk ,Die Kassette‘ kritisiert aber weithin diese Konvention und die ihr unterliegenden Voraussetzungen. Während des Handlungsverlaufs kommen die sprachlichen Interaktionen immer zweifelhafter und undurchsichtiger vor, was wiederum große Teile der Handlung infrage stellt.

Rock ‘n’ Roll der Sprache. Über die Hörbarkeit in Peter Webers Roman Die melodielosen Jahre

Dieser Beitrag beschäftigt sich aus literaturwissenschaftlicher und kulturanthropologischer Perspektive mit der Hörbarkeit und Musikalität in Peter Webers Roman ,Die melodielosen Jahre‘. Zur Sprache gebracht werden jene originär musikalischen Stilmittel, welche – gewissermaßen in Form einer Transposition kompositorisch-lautlicher Konzepte auf die schriftliche Ebene – als eigenwillige Spielart in literarischer Gestalt auftreten. Für derlei Hörbilder hervorzuheben ist der Stellenwert stilprägender Elemente des Rock ‘n’ Roll, wie Repetitivität, narrative Drehmomente und Intertextualität als Coverversionen.

Augean Stables; Or, the State of Modern Authorship Attribution Studies

The New Oxford Shakespeare authorship team argues that Christopher Marlowe had a hand in all three Henry VI plays, and that Shakespeare wrote parts of Arden of Faversham. However, the quantitative methodologies employed to reach these conclusions are dubious. This article suggests that reading-based methods still have a place in modern attribution studies, and that authorship tests proven to be reliable by generations of scholars undermine many of the ascriptions expounded by Gary Taylor and his colleagues.

Die Faszination von Magierfiguren: Machiavellis La Mandragola und Della Portas L’Astrologo

Der folgende Beitrag widmet sich Konzepten magischer Einflussnahme und Wirkmächtigkeit in Machiavellis Mandragola und Della Portas Astrologo: die vergleichende Analyse zeigt, dass die aus Sicht der Zeitgenossen magisch handelnden Figuren stets aus persönlichem Interesse und Eigennutz heraus agieren, was auch durch das in der Zeit vor herrschende, heterogene Verständnis von Magie nicht ausgeschlossen war. Staunen, Liebeszauber, Totenorakel und Metamorphose werden an die Idee der fascinatio rückgebunden und zeigen so die Vielfalt der Möglichkeiten, Magie zu begreifen und zu inszenieren.

Baudelaire und «la grande école de la mélancolie» in Émile Montéguts Literaturbetrachtung

Von Baudelaires Leben und Werk ging eine starke Wirkung auf Émile Montéguts Schriften aus. Der brillante Kritiker der Revue des Deux Mondes hatte freundschaftlichen Umgang mit Baudelaire und teilte mit ihm viele seiner Interessen, besonders das für englische und amerikanische Literatur. Er machte sich vertraut mit Baudelaires 1852 erscheinenden Darstellung von Poes Leben und Werk, zu der Zeit, zu der sich dieser für Montéguts Emerson-Band interessierte. 1855 engagierte sich Montégut für die Veröffentlichung der achtzehn «Fleurs du Mal» in der Revue des Deux Mondes. 1858 brachte er ein sehr bewegendes Bild von des Dichters Leben in den frühen fünfziger Jahren hervor, ausdrücklich als ein «Beitrag zu der Geschichte des Ennui im 19. Jahrhundert» gedacht.

«Tout voir, tout savoir, tout conquérir» – Zur Poetik des Naturalismus in Claríns La Regenta

Im Eingangskapitel der Regenta lässt der machtbesessene Generalvikar Fermín de Pas von der Höhe des Glockenturms der Vetustenser Kathedrale aus seinen Fernrohrblick über die Provinzhauptstadt schweifen. Er inspiziert die Bewohner der Stadt «wie der Naturalist durch ein mächtiges Mikroskop winzige Körper studiert.» Claríns Priesterfigur lässt sich – so die These – als Allegorie des naturalistischen Autors begreifen, dessen affektives, triebgesteuertes Agieren im Roman ausgestellt wird. Somit grenzt sich Leopoldo Alas gegen Zolas Konzept des experimentellen Romans ab, indem er das objektive Beobachten des Naturalisten durch eine subjektive Perspektivierung ersetzt.

Kleinere Beiträge

Keuschheit und Gehorsam in der geistlichen Dichtung Johannes Rothes

Der Beitrag behandelt Parallelen und Differenzen der beiden Themenkomplexe ‚Keuschheit‘ und ‚Gehorsam‘ in zwei geistlichen Dichtungen Johannes Rothes.

Navigating the World of Words: Wege zu Shakespeare

This review article discusses Bruce R. Smith’s edition of The Cambridge Guide to the Worlds of Shakespeare, focusing on “Shakespeare’s World, 1500-1660” in vol. I, and in vol. II on the global reception of his works in the centuries following (entitled “The World’s Shakespeare, 1660-Present”). This Guide comprises 28 fields of knowledge subdivided into 277 chapters covering a range of topics, from approaches to Shake speare’s life over the multiple strands of criticism through to adaptations and performances of his works across the media, and from book to blog.

Besprechungen / Allgemeines

Männlichkeit. Ein interdisziplinäres Handbuch. Ed. Stefan Horlacher, Bettina Jansen, Wieland Schwanebeck.

„Triumph der Virilität?“ – Dieser Zwischentitel im Kapitel zur französischen, italienischen und spanischen Literatur im Handbuch Männlichkeit könnte dem Referenzwerk nicht allein der Formulierung, sondern v. a. der Kombination mit einem Fragezeichen wegen als Motto dienen: Wo steht Männlichkeit heute? Was ist männlich, was ist menschlich? Wie ist die aktuelle Selbsteinschätzung, was kann „Manneskraft“, Virilität, mittlerweile sein? Das vielsagende Fragezeichen setzt geschickt G. Schuhen.

Inez De Florio-Hansen: Standards, Kompetenzen und fremdsprachliche Bildung: Beispiele für den Englisch- und Französischunterricht (Narr Studienbücher).

Wer auf der Suche nach einer ebenso informativen wie kritisch ausgewogenen Bilanz nach anderthalb Jahrzehnten Bildungsreformen seit Einführung des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) ist, dem sei der Überblick wärmstens empfohlen, den Inez De Florio-Hansen vorgelegt hat. Obwohl das Buch sich ausdrücklich an Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrer, und folglich eine erfahrene berufstätige Leserschaft richtet, sei es auch allen Fremdsprachendidaktik-MasterstudentInnen und ReferendarInnen ans Herz gelegt, bzw. als Pflichtlektüre in Modulen mit Themen zur Schulentwicklung oder zu Bildungsstandards eingesetzt.

Katalin Schober: Räume des antiken Griechenland in britischen Reiseberichten des 18. Jahrhunderts – Wahrnehmung und Imagination (ELCH – Studies in English Literary and Cultural History, 64).

Diese Monographie, die auf einer von Verena Lobsien, Ernst Osterkamp und Helga Schwalm betreuten und 2013 an der Berliner Humboldt-Universität eingereichten Dissertation beruht, ist maßgeblich folgendem Erkenntnisinteresse verpflichtet: [Es] wird die Frage aufgeworfen, wie die Reisenden die materiellen Hinterlassenschaften der griechischen Antike systematisch als Zeichen deuten, die es ihnen erlauben, einstige Hochkulturen vor dem inneren Auge auferstehen zu lassen; wie sie also in der materiellen Evidenz darüber hinaus verweisende, sinnstiftende Narrative erkennen; wie sie die imaginierten Antiken auf ihre eigene Situation und Lebenswelt beziehen; welche Wissensbestände und welche medialen Vermittlungsformen sie hierzu verarbeiten; und welche Deutungsmuster ihre individuellen Interpretationen und Bezugnahmen zur Antike erkennen lassen.

Alice in a World of Wonderlands. The Translations of Lewis Carroll’s Masterpiece. Ed. Jon A. Lindseth (general editor), Alan Tannenbaum (technical editor).

Seit seinem Erscheinen 1865 wurde Lewis Carrolls kinderliterarischer Klassiker Alice’s Adventures in Wonderland in über 150 Sprachen übersetzt. So ist es nicht verwunderlich, dass bereits zahlreiche übersetzungswissenschaftliche Studien und Übersetzungsvergleiche zu Alice in verschiedenen Einzelsprachen vorliegen. Dabei hat man sich häufig damit beschäftigt, wie eine oder mehrere Übersetzungen die besonderen Herausforderungen dieses Textes in der Zielsprache umsetzen, etwa die Parodien populärer ‚nursery rhymes‘, die Sprachspiele, Nonsens-Dialoge oder die Sprachschöpfungen in dem Gedicht „Jabberwocky“ (aus dem Folgeband Through the Looking-Glass, and What Alice Found There, 1871).

Ernest Dowson – Gedichte. Zweisprachig. Ed., übersetzt, mit einer Einleitung und Anmerkungen von Frank Stückemann.

“Two roads diverged in a yellow wood, / And sorry I could not travel both / And be one traveler, long I stood/ And looked down one as far as I could / To where it bent in the undergrowth”. So beginnt Robert Frosts vielleicht bekanntestes Gedicht “The road not taken”. Es veranschaulicht auf exemplarische Weise die beiden Pole, zwischen denen sich literarische Übersetzer theoretisch orientieren können. Die Rede ist von der grundlegenden Unterscheidung zwischen Nachdichtung und Neudichtung. Die Wahl zwischen textsortenadäquatem Übersetzen oder der Bevorzugung stilistischer Freiheiten ist in der Übersetzung immer auch ein Politikum.

Philipp Redl: Dichtergermanisten der Moderne. Ernst Stadler, Friedrich Gundolf und Philipp Witkop zwischen Poesie und Wissenschaft.

Man kann nicht anders als Philipp Redls Studie über drei Dichtergermanisten der Moderne aufrichtigen Respekt zu zollen. Der Band bietet minutiös recherchierte Durchgänge durch Leben und Werk von Ernst Stadler, Friedrich Gundolf und Philipp Witkop. Sie basieren auf intimer Werkkenntnis, vor allem aber auf der extensiven Erschließung ungedruckter Quellen. Systematisch hat Redl die zum Teil verstreuten Handschriftenbestände der drei aufgesucht, genauso wie die Spuren ihrer akademischen Laufbahn in den Archiven der Universitäten, an denen sie tätig waren.

Besprechungen / Germanisch und Deutsch

Manuela Heiniger: Politische Anthropologie in Jeremias Gotthelfs Bildern und Sagen aus der Schweiz.

Die Autorin dieser Gotthelfstudie, einer Dissertationsarbeit der Universität Bern, war Mitarbeiterin an der Historisch-kritischen Gesamtausgabe (HKG) der Werke Jeremias Gotthelfs (www.gotthelf.unibe.ch). Im Zentrum ihres Buches stehen die ‚Bilder und Sagen aus der Schweiz‘ (BSS), also ein Werkteil des Berner Schriftstellers, der heute in der Regel nicht mehr in seiner ursprünglichen Zusammensetzung, sondern nach Erzählungen getrennt gelesen wird. Die BSS erschienen erstmals 1842–1846 in sechs kleineren Bänden. Band 1 enthielt die Erzählungen ‚Die Schwarze Spinne‘, ‚Der Ritter von Brandis‘, ‚Das gelbe Vögelein und das arme Margrithli‘; Band 2 ‚Der Druide‘, Teil 1 des Bauernromans ‚Geld und Geist‘, Band 3 den historischen Roman ‚Der letzte Thorberger‘, Band 4 und 5 die Teile 2 und 3 von ‚Geld und Geist‘, Band 6 ‚Die Gründung Burgdorfs‘.

Stephan Oswald: Früchte einer großen Stadt – Goethes Venezianische Epigramme. Heidelberg: Winter 2014.

Die ,Venezianischen Epigramme‘ sind wenig beachtete Glanzstücke der deutschen Literatur, die in der wissenschaftlichen Forschung lange Zeit herabgewürdigt und entschuldigt wurden. Selbst ein so kompetenter Literaturhistoriker wie Hermann Hettner verwirft einen Großteil der Verse, die sich auf das Leben in Venedig beziehen, als „unbegreiflich schwach, fast werthlos“; die angriffslustigen Distichen werden von ihm regelrecht pathologisiert: [I]n der schroffen Herbigkeit der satirischen Ausfälle gegen das Christentum, gegen die französische Revolution, gegen die deutsche Sprache, gegen Newton und gegen die Newtonianer, ja gegen das ganze Menschengeschlecht, welchem der Vorwurf der erbärmlichsten Schuftigkeit zufällt, liegt ein tief krankhafter Zug, der in Goethes sonst so milder und lebensfroher Natur nur aus den trüben Erfahrungen der letzten Vergangenheit zu erklären ist.

Besprechungen / Englisch und Amerikanisch

Kevin Sean Whetter: The Manuscript and Meaning of Malory’s Morte Darthur: Rubrication, Commemoration, Memoralization (Arthurian Studies LXXXIV).

Since the discovery of the Winchester manuscript (BL Add 59678) of Malory’s Le Morte Darthur in 1934, its text and relationship to Caxton’s printed edition of 1485 have been the subject of scholarly debate. Neither witness derives from the other and both are removed from Malory’s original holograph. The book under review addresses the significance of the rubrication of characters’ names and marginal notes in the Winchester manuscript and is the culmination of Whetter’s research on the relationship of manuscript and text of Malory’s Morte Darthur. The author has already published several articles related to this subject in which he presents arguments which he also incorporates into his present book.

The New Oxford Shakespeare: The Complete Works. Ed. Gary Taylor, John Jowett, Terri Bourus, and Gabriel Egan. Vol. 1: Modern Critical Edition.

In 1998, the late Reginald Foakes (1923-2013) wrote a brilliant review essay of “Heavy weight Shakespeare”: Three new or revised one-volume editions of Shakespeare by Blakemore Evans (Riverside Shakespeare, 2nd edition), David Bevington (updated 4th edition) and Stephen Greenblatt (Norton Shakespeare, based on the Oxford edition [1986]) had appeared the previous year, and Foakes tried to give his opinion on what he supposed to be the intended customers: “students who lug one or other of them in dangerous back-packs into class.

William Shakespeare: Romeo and Juliet. Ed. Gordon McMullan (Norton Critical Editions).

In his introduction to this superb new edition of Romeo and Juliet, Gordon McMullan expresses a hope that readers will repeatedly come back to it over the course of their lives. ‘More fun than Julius Caesar and less gory than Macbeth’, he laments the fact that the play’s reputation for being accessible has meant that teenagers often read it at school never to return to it at university or afterwards. McMullan’s central thesis is that Romeo and Juliet is more complex than it is generally thought to be and that, like Hamlet, it rewards rereading at different stages of life. Indeed, he takes Frank Kermode’s statement that to suppose the play is simple ‘would be the most elementary mistake one could make concerning it’ as the central moral of this volume.

William Shakespeare: A Midsummer Night’s Dream. Ed. Sukanta Chaudhuri (The Arden Shakespeare: Third Series).

Characterized by William Empsom as ‘stiff in the joints and so full of standard doctrine’ (“Fairy Flight in a Midsummer Night’s Dream”, London Review of Books. 1:1 [1979], p. 5), the previous Arden edition of Dream (ed. Harold Brooks) was framed so as to counter the more radical readings that had been made popular by the work of Jan Kott and Peter Brooks. Arden’s new edition takes account of both traditional and dissident lines of interpretation and settles on a critical mid-point between the two.

William Shakespeare: Cymbeline. Ed. Valerie Wayne (The Arden Shakespeare: Third Series).

Valerie Wayne presents a fresh, much-anticipated edition of Cymbeline to scholars and students that surveys existing and, suggests new, avenues through which to view both play and text. In the wake of the sexual harassment scandal covered incessantly by British and American media, it is impossible not to re-read Cymbeline without an accompanying discomfort. Though the lurid voyeurism and palpable misogyny of the play are not its central focus, Wayne’s new edition of Shakespeare’s generically-challenging work does foreground its unsettling imperialistic subject matter. Immediately the reader is put at ease with this edition. For one thing, the dramatis personae are categorised into ‘The Britons’, ‘The Italians’, ‘The Romans’ and ‘The Apparitions’, picking up on the order of listing in the Oxford edition.

Henry James: The Outcry (The Cambridge Edition of the Complete Fiction of Henry James).

Der als Band 20 in der Reihe „The Cambridge Edition of the Complete Fiction of Henry James“ angekündigte Text ist ein interessanter Sonderfall unter den Romanen des Autors, zumal er in zwei Fassungen vorliegt: zum einem als Drama (1909), zum anderen als Roman (1911). Die ausgesprochene Vorliebe des Autors für das Theater wird den meisten Lesern bekannt sein, ebenso wie die enttäuschend schwache Resonanz auf der englischsprachigen Bühne.

Ghosts – or the (Nearly) Invisible. Spectral Phenomena in Literature and the Media. Ed. Maria Fleischhack and Elmar Schenkel (ALPH: Arbeiten zur Literarischen Phantastik / ALPH Approaches to Literary Phantasy, 9).

This is a wide-ranging and eclectic compilation, most welcome for its willingness to dig in corners that, if not unfamiliar, have not always received their scholarly due. It is good, for example, to see the Byland tales receive the attention they deserve. Maik Hildebrandt considers these fascinating ghost stories, jotted down on the blank pages of an existing manuscript in Byland Abbey round about 1400. He recognises their contradictory nature, part popular narrative in a line of descent from the Norse accounts of violent, corporeal ghosts, part Christian appropriation of such fireside chillers.

Patrick J. Murphy: Medieval Studies and the Ghost Stories of M. R. James.

What weight of interpretation will the ghost stories of M. R. James bear? And how much do his readers need to know to make sense of the tales? James himself indicated that the true aim of ghost stories was to inspire a terror that would at the same time give pleasure. His design, he said, was to amuse. He wrote ghost stories to entertain friends when he read them out at Christmas and he offers them in print, he claims, to provide a similar pleasure for readers. Shouldn’t we, then, take him at his own self-deprecating assessment?

Claudia Falk: Zwischen Tradition und Subversion – Männlichkeitsmodelle im englischen Roman von den 1950er bis 1990er Jahren (ELCH – Studies in English Literary and Cultural History, 63).

Die Studie, mit der Claudia Falk in Heidelberg promoviert wurde, hat zum Ziel, den Beitrag der Literatur, hier der Romane, „zur Konstruktion gesellschaftlich wirksamer Männlichkeitskonzepte“ zu bestimmen. Standen in den 70er und 80er Jahren mehrheitlich weibliche Romanfiguren im Zentrum wissenschaftlicher Analyse, setzt Falk bei den Männern und dem Bild von Männlichkeit an.

Besprechungen / Romanisch

Thomas Carrier-Lafleur: L’œil cinématographique de Proust. Paris: Classiques Garnier 2015 (Bibliothèque proustienne, 15).

Die facettenreiche Verflechtung der Künste und Medien in Marcel Prousts À la recherche du temps perdu ist bis heute einer der Leitgedanken der Proust-Forschung. Mit seiner im Jahr 2015 als 15. Band in der Reihe «Bibliothèque proustienne» bei Classiques Garnier veröffentlichten Dissertation legt Thomas Carrier-Lafleur nun eine Monografie vor, in der die Beziehung zwischen der Recherche und dem Kino, der siebten Kunst, ausführlich diskutiert wird. Dabei geht er jedoch nicht unmittelbar vom Kino als einem genau zu definierenden medialen Dispositiv aus, sondern als einem «potpourri d’idées, de concepts et de pratiques».

Anne Effmert: Les queues de siècle se ressemblent: Paradoxe Rhetorik als Subversionsstrategie in französischen Romanen des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts.

«Les queues de siècle se ressemblent» – dieses am Titel der Dissertation teilhabende Zitat von Joris-Karl Huysmans ist im Roman Là-bas (1891) zu verorten, der im Gesamtwerk des Autors bekanntermaßen eine Ideologien-Wende einläutet: Huysmans wird sich fortan vom Ästhetizismus ab- und spätestens mit En route einem mystisch inspirierten Katholizismus zuwenden, jedoch nicht so, dass er damit dem Ästhetizismus eine Absage erteilen würde.

Jennifer Gronau: Identität im Spannungsfeld zwischen Autobiographie und Fiktion im Werk Juan Goytisolos.

Die Themen dieser von der Universität Heidelberg angenommenen Dissertation sind erstens das Phänomen der literarischen Selbstbeschreibung im Werk Juan Goytisolos vor dem Hintergrund verschiedener Identitätskonzepte, die entweder von der Existenz eines prädiskursiven Selbst oder von der Vorstellung des Selbst als eines textuellen Konstrukts ausgehen. Und zweitens widmet sich die Autorin der Frage von Referentialität und Fiktion in der Autobiographie sowie den Romanen des Spaniers.

Claudia Jacobi: Proust dixit? Réceptions de La Recherche dans l’autofiction de Serge Doubrovsky, Carmen Martín Gaite et Walter Siti.

Die Autofiktion bündelt gattungstheoretisch gesprochen das Spiel des Subjekts im Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Fiktion. Das Genre wird seit der definitorischen und begrifflichen Setzung durch Serge Doubrovsky (1977) kontrovers diskutiert und ist durch zahlreiche literarische Veröffentlichungen – zumeist von Autoren, die dem literaturwissenschaftlichen Umfeld entstammen – weiter befeuert und im Aufwind.

Martina Kopf / Sascha Seiler (Hg.): Komparatistische Blicke auf Lateinamerika und Europa.

Suchte man nach einem Beispiel, das die kulturelle Vielfalt Lateinamerikas dynamisch bezeugt, ließe sich dessen Musik anführen – genauer: die reichhaltige Folklore (cumbia, carnavalito, chamamé usf.), in der Ländliches wie Urbanes, (Vor-)Koloniales wie Regionales einen synästhetischen Reigen bilden. Dabei muss man keine chacarera (mit)tanzen können, um zu verstehen, dass es sich hierbei um keine südamerikanische Form von country music handelt.

Stephanie Lang: Translationen der décadence – (Anti)Dekadenz und Regeneration in den iberischen Literaturen.

Langs Studie ist ein wichtiger Beitrag zu der seit einiger Zeit vertieften literaturwissenschaftlichen Forschung, die sich eine komparatistische Betrachtung der verschiedenen kulturellen und sprachlichen Gebiete der iberischen Halbinsel zum Ziel genommen hat, im Unterschied zur traditionell ausschließlich nationalphilologisch orientierten Literaturgeschichtsschreibung. Das Thema der Dekadenz/Regeneration in der Literatur um die Jahrhundertwende erlaubt es somit, sowohl die zeitsymptomatischen Gemeinsamkeiten – unter Einbeziehung des französischen Paradigmas – als auch die jeweiligen lokalen Unterschiede hervorzuheben, die auf diese Weise als kulturgeographische «Übersetzungen» diskursiver und literarischer Modelle deutlich werden.

Helena Sanson / Francesco Lucioli (Hg.): Conduct Literature for and about Women in Italy. 1470-1900. Prescribing and Describing Life.

Der von Helena Sanson und Francesco Lucioli herausgegebene Sammelband Conduct Literature for and about Women in Italy. 1470-1900. Prescribing and Describing Life enthält eine Reihe der Beiträge zu der demselben Thema gewidmeten internationalen Konferenz, die im März 2014 in Cambridge stattfand, sowie einige weitere Texte. Er versammelt Aufsätze in englischer und italienischer Sprache zur italienischen Anstandsliteratur, die neben generellen Betrachtungen zum Schreiben über das den jeweiligen Sitten der Zeit entsprechende Benehmen von Frauen drei weiteren Unterkategorien zugeordnet sind: von Frauen für Frauen geschriebene Werke der Anstandsliteratur; Texte, deren Beitrag zur Thematik der Umgangsformen erst auf den zweiten Blick ersichtlich wird; sowie Benimmliteratur für Frauen, die in Zusammenhang mit Fragen der Arbeitswelt steht.
 

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